Capsaicin - der Stoff der Chilis scharf macht
Die meisten Menschen werden sich schon an Chili-Schoten den Mund verbrannt haben aber nur die wenigesten wissen woher die Schärfe eigentlich kommt. Nachfolgend habe ich ein paar Informationen über den Schärfewirkstoff in Chili-Schoten zusammengestellt: Capsaicin.
Chemische und physikalische Eigenschaften
Capsaicin ist ein farb- und geruchsloses Produkt aus dem Sekundärstoffwechsel der Chilipflanze (Capsicum). Es handelt sich um eine stickstoffhaltige Verbindung mit großer Ähnlichkeit zum Vanillin.
Capsaicin sind in Fett und Alkohol lösliche Kristalle, nicht aber in Wasser. Erhitzen oder Einfrieren haben keinen Einfluss auf das Capsaicin-Molekül.
Capsaicin ist (wie alle Alkaloide) ein Nebenprodukt des pflanzlichen Stoffwechsels und nicht essentiell für das Überleben der Pflanze. Zumeist werden Alkaloide als Schutzmechanismus gegen Fressfeinde von Pflanzen produziert, da sie einen direkten Einfluss auf den Organismus von Mensch und Tier haben. Klassische Vertreter von Alkaloiden neben Capsaicin sind Koffein, Nikotin und Morphin.
Chilipflanzen produzieren nicht nur reines Capsaicin, sondern eine ganze Gruppe von Capsaicinoiden. Capsaicin ist das Haupt-Alkaloid, 4 weitere Alkaloiden finden sich in geringerer Konzentration ebenfalls in einer Chilischote. Die Aufteilung ist (durchschnittlich) wie folgt
- Capsaicin 69%
- Dihydrocapsaicin 22%
- Nordihydrocapsaicin 7%
- Homdyhydrocapsaicin 1%
- Homocapsaicin 1%
Die Schärfe (gemessen in Scoville Einheiten) der einzelnen Alkaloide unterscheidet sich deutlich. Reines Capsaicin und Dihydrocapsaicin haben etwa 16 Millionen Scoville-Einheiten, die anderen drei Capsaicinoide jeweils nur etwa 9 Millionen Einheiten.
Wirkweise auf den menschlichen Körper
Säugetiere verfügen (speziell im Bereich der Schleimhäute) über Hitzerezeptoren, sogenannte Typ-C Schmerzrezeptoren. Das Capsaicin kann an diese Rezeptoren andocken und somit einen Hitzereiz auslösen. Sobald der Rezeptorreiz ausgelöst wird reagiert der Körper mit einer erhöhten Durchblutung der entsprechenden Körperpartie und versucht somit einen Kühlenden Effekt zu erzielen. Bringt man empfindliche Hautpartien mit Capsacin in Berührung ist sehr schnell eine deutliche Rötung zu erkennen.
Vögel haben verfügen übrigens nicht über diese Hitzerezeptoren und sind somit der ideale Transporteur von Chili-Samen indem sie die Schoten ohne Nebeneffekte verspeisen und nach einer langen Flugstrecke wieder unversehrt ausscheiden.
Capsaicin hat keinerlei Einfluss auf die Geschmacksnerven auf der Zunge und man kann sich mit (chili-)scharfem Essen nicht den Geschmackssinn zerstören. Dies ist ganz im Gegensatz zu Pfeffer (Piperin wirkt auf die Geschmacksnerven) oder Wasabi (die Enthaltenen Senföle reizen die Nase und den Rachen).
Man nimmt an, dass Casein und Zucker einen Einfluss auf die Bindung von Capsaicin an die Rezeptoren hat. Zucker soll sich schneller bzw. leichter an die Rezeptoren binden und diese somit frühzeitig belegen. Casein hingegen wirkt als Detergenz und kann eine bestehende Bindung zwischen dem Rezeptor und Capsaicin auflösen. (Diese Wirkweise ist allerdings noch nicht vollständig bewiesen.)
Ein weiterer Aspekt der Reizauslösung ist die Weiterverarbeitung des Reizimpulses im Vorderhirn. Der Verbrennungseffekt stimuliert den Nucleus Accumbens, also genau der Bereich des Hirns der auch von Endorphinen und Amphetaminen stimuliert wird. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen der Abstumpfung nach regelmässigem Drogenkonsum und der Abstumpfung durch häufiges scharfes Essen! Wobei letzteres auch durch die Abstumpfung der Hitzerezeptoren im Mund gefördert wird.
Abschliessend ist noch zu erwähnen, dass Capsaicin ein natürlicher Geschmacksverstärker ist und den Eigengeschmack von Speisen verstärkt. Wer scharf kocht braucht kein Glutamat in seinem Essen.
Tipp: Was tun wenn man sich den Mund verbrannt hat oder die Hände brennen?
Wer schon einmal versucht hat das Brennen im Mund mit Wasser zu bekämpfen, weiss wie aussichtslos dieses Unterfangen ist. Das Wasser hat zwar kurzzeitig einen kühlenden Effekt aber das Capsaicin wird auf Grund der fehlenden wasserlöslichkeit nicht weggespült. Es kommt höchstens zu einer (physikalischen) Verteilung des Capsaicins über eine größere Fläche.
Die beste Möglichkeit besteht kalte Milch oder Milch-Eis zu sich zu nehmen. Das enthaltene Fett löst das Capsaicin und spült es weg, das Casein löst die Rezeptor Verbindung und die Kälte kühlt die entsprechende Körperpartie.
Sollte man Chilischoten ohne Handschuhe verarbeitet haben und die Finger brennen, so sollte man einen kleinen Tropfen Öl auf den Händen verreiben und anschliessend das Öl mit Seife abwaschen. Das Öl bindet das Capsaicin und die Seife löst das Öl von den Fingern.
Einfluss auf die Gesundheit
Der Konsum von Chilis hat im Gegensatz zu der landläufig verbreiteten Meinung einen positiven Einfluss auf den menschlichen Körper. Zunächst einmal wird durch den Genuss von Capsaicin der Speichelfluss und die Produktion von Magensaft angeregt. Durch die höhere Flüssigkeitsmenge im Magen-Darm-Trakt steigt die Darmperistaltik und es kommt zu einer leichteren Verdauung.
Weiterhin wirkt Capsaicin desinfizierend und speziell die Ausbreitung des Bakteriums Helicobacter Pylori wird eingedämmt. Helicobacter Pylori gilt gemeinhin als Auslöser für Magengeschwüre (Gastritis) - somit wirkt Capsaicin Magengeschwüren vor.
Ein häufig zu hörender Spruch "Bei dem scharfen Essen holst Du Dir doch ein Magengeschwür" ist also komplett falsch! Einzig der in vielen Hotsauces enthaltene Essig hat einen negativen Einfluss auf den Magen.
Einsatz in der Pharma-Industrie
Die Durchblutungsfördernde Wirkung von Capsaicin wurde frühzeitig von der Pharma-Industrie erkannt und Capsaicin wird in vielen Produkten aus der Apotheke eingesetzt. Das bekannteste Produkt ist sicherlich das ABC-Wärmepflaster was man sich bei Verspannungen auf den Rücken klebt. Das C im Produktnamen stammt übrigens direkt vom Wort "Capsicum"!
Die meisten Rheumasalben enthalten ebenfalls Capsaicin, allerdings wird hier ein anderer Effekt genutzt. Durch den erzeugten Schmerz bzw. das Brennen nach Auftragen der Salbe wird der Empfindlichkeitspegel für Schmerzen in dem betroffenen Bereich heraufgesetzt und die Rheuma-Schmerzen sind im Nachhinein leichter zu ertragen. Dieser Effekt triit allerdings nur lokal auf, so dass im Normalfall nur kleine Teile des Körpers mit Salbe behandelt werden können.
Während der NBA-Finalserie 2001/2002 hatte Shaquille O'Neal ziemliche Probleme mit Arthritis in seinem großen Zeh und entschied sich für eine Behandlung mit Capsaicin-haltiger Rheumasalbe. Da die aufgetragene Menge wohl etwas zu groß war mußte Shaq anschliessend seinen Zeh in Milch baden um den Schmerz zu lindern. Bei Schuhgrösse 56 war es wohl kein leichtes Unterfangen ein passendes Fußbecken zu finden.. Im Anschluss an den siegreichen Abschluss der Finalserie wurde Shaq dann schliesslich am Zeh operiert.
Ein eindrucksvoller Einfluss von Capsaicin auf Krebszellen wurde ebenfalls nachgewiesen, allerdings gibt es hier leider noch keine konkreten Anwendungsfälle bzw. Medikamente:
Artikel: Capsaicin tötet Prostatakrebszellen
Andere Einsatzgebiete
Capsaicin (oder gemahlene Chilischoten) finden sich in Vogelfutter wieder um Säugetiere abzuhalten.
Pfefferspray zur Selbstverteidigung oder Tierabwehr nutzt Capsaicin als Wirkstoff. Johnny Knoxville hat das bei Jackass getestet und sein Urteil war vernichtend.
Chilizucht und Anbau
Chilipflanzen sind eigentlich recht anspruchslos und auch der ungeübte Hobbygärtner sollte in der Lage sein ein paar leckere Schoten heranzuzüchten. Ein paar kleinere Fallstricke gibt es aber dennoch und um Euch die Arbeit zu erleichtern habe ich die wesentlichen Punkte einmal zusammengefaßt:
Anzucht
Um die ersten kleinen Setzlinge groß zuziehen reicht es kleine Töpfchen (wie z.B. einfache Getränkebecher) mit ein wenig Erde zu füllen und pro Töpfchen jeweils 1-2 Samen 1 Zentimeter tief in die Erde drücken. Die Erde sollte leicht feucht aber auf gar keinen Fall nass sein. Natürlich können auch Torfplättchen oder spezielle Anzuchtballen verwendet werden aber die sind zumeist teuer und das Ergebnis bleibt gleich. Für eine gute Keimung sollten die Samen an einem warmen Ort stehen. Ideal ist eine Temperatur zwischen 26 und 30 Grad Celsius. Wer keine Heizschlange unter die Töpfe stellen will der stell sie einfach auf die Heizung oder auf eine sonnige Fensterbank.
Gerüchteweise soll es helfen die Samen für ein paar Stunden in lauwarmen Kamillentee zu wässern und so eine höhere Keimungsrate zu erzielen. Ob es klappt kann ich nicht sagen, da ich es noch nicht ausprobiert habe. Meist reichen mir die gekeimten Samen völlig aus und ich muss einige der Setzlinge aus Platzmangel entsorgen.
Wer faul ist kann auch direkt Pflanzen bei diversen Versendern kaufen, die werden allerdings erst recht spät verschickt damit die Pflanzen beim Transport keine zu niedrigen Temperaturen abkriegen. Mit diesen Setzlingen spart man sich die Anzucht und häufig werden die Pflanzen direkt buschig. Ein professionelles Gewächshaus hat halt seine Vorteile für ein gutes Wachstum!
Umtopfen
Nach dem Keimen bilden sich schnell die ersten beiden Blattpaare und eh man sich versieht haben die Pflänzchen eine Größe von etwa 10cm erreicht. Jetzt sollte man so langsam mal ans Umtopfen denken da sich schon ein ordentlicher Wurzelballen gebildet haben sollte und der Platz in den Töpfchen so langsam nicht mehr ausreicht.
Idealerweise verfachtet man die Pflanzen mitsamt der Erde aus dem Anzuchttöpfchen in ein größeres Behältnis. Die Wurzeln sind noch sehr dünn und die Gefahr sie abzubrechen ist noch recht hoch. Wichtig jetzt schon an ausreichend Platz für später zu denken. Es mag zwar etwas kümmerlich aussehen, wenn eine 10cm hohe Pflanze in einem Blumentopf mit 30cm Durchmesser steht aber wenn die PFlanzen erstmal richtig wachsen herrscht schnell Gedränge im Topf.
Ich verwende pro Pflanze einen separaten Blumentopf und keine Balkonkästen. Teilweise wachsen die Pflanzen etwas schief und durch ein paar Drehungen des Topfs kann man die Pflanzrichtung beeinflussen. Bei einem Balkonkasten ist man eingeschränkt und hat nur 2 Position um die Pflanzen in die Sonne zu drehen. Die Blumentopfe sollten auch auf jeden Fall ein Loch bzw. ein Abtropfgitter haben, damit überschüssiges Wasser abfliessen kann und keine Staunässe entsteht.
Stellplatz
Eigentlich vertragen Chilis keine direkte Sonneneinstrahlung und stehen lieber im Halbschatten. Wenn man aber nicht gerade in Südamerika oder den Tropen wohnt, sollte man sich nicht daran halten und den Chilis so viel Sonne wie möglich geben. Speziell in unsere Breitengraden können die Pflanzen nicht genug Licht bekommen und ich habe bisher noch keine bleibenden Schäden an meinen Pflanzen durch Sonneneinstrahlung feststellen müssen.
Der beste Ort für die Chilis ist also eine sonnige Fensterbank oder eine Terrasse mit Südblick. Da Chilis absolut keinen Frost mögen sollte man die Pflanzen auf keinen Fall direkt im Garten eingraben. Erst ab einer Temperatur von dauerhaft 15 Grad Celsius sollten die Pflanzen über Nacht draussen bleiben. Bis dahin würde ich die Pflanzen tagsüber in die Sonne stellen und nachts wieder ins Warme reinholen.
Wenn die Pflanzen übrigens zu sehr in die Höhe schiessen (lange dünne Stiele ohne viele Blätter), dann ist das ein klares Zeichen für Lichtmangel. Hier hilft es nur einen anderen Standort zu suchen, alle anderen Maßnahmen haben keinen Erfolg.
Giessen
Die Chilipflanzen bringen einen guten Indikator für die benötigte Wassermenge mit: die Blätter. Wenn die Blätter anfangen sich aufzurollen und sehr schlapp und welk herunterhängen, dann ist es höchste Zeit die Pflanzen ordentlich mit Wasser zu versorgen. Gerade im Sommer wird das häufig der Fall sein, denn je nach Größe der Pflanzen sind bis zu 5l Wasserbedarf am Tag keine Seltenheit. Glücklicherweise berappeln sich die Pflanzen normalerweise innerhalb von einer halben Stunde nach dem Giessen wieder auf und sehen frisch und lebendig aus.
Speziell wenn die Sonne nicht so stark scheint sollte man mit dem Giessen vorsichtig sein. Chilis mögen keine Staunässe und die Erde sollte lediglich feucht aber nicht wirklich nass sein. Je feuchter die Erde desto höher die Gefahr von Schimmelbildung oder Schädlingsbefall. Wenn das Wetter also nicht zum Baden einlädt braucht man nur alle paar Tage zu Giessen, bei voller Sonneneinstrahlung hingegen muß jeden Abend gegossen werden.
Düngen
Zu Beginn der Zucht kann man auf zusätzliches Düngen komplett verzichten. In der frühen Phase bringt der Samen genug Nährstoff für ein ordentlches Wachstum mit und im Anschluss sollte normale Blumenerde ausreichen. Wer zu früh anfängt die Pflanzen zu düngen, der riskiert, dass die Wurzeln durch den Dünger "verbrannt" werden und absterben.
Sobald die Pflanzen eine Höhe von etwa 40cm erreicht haben und sich diverse Verästelungen gebildet haben wird es Zeit zu Düngen. An dieser Größe hat die Pflanze der Erde die meiste Nahrung entzogen und es wird Zeit nachzuhelfen. Am einfachsten und effektivsten ist Tomatendünger (teilweise auch als Tomaten- und Paprikadünger im Handel). Einfach laut Packungsanleitung zur Erde geben und das Wachstum kann weitergehen.
Ein klares Zeichen für einen Mangel sind übrigens hellgrüne, fast weiße Blätter und sehr kleine Chilischoten die kaum wachsen. Glücklicherweise normalisiert sich der Zustand meist 1-2 Wochen nachdem man gedüngt hat und neue Blätter haben wieder eine gesunde Farbe. Auch die Chilis werden deutlich größer und die Pflanze bildet mehr Früchte aus.
Düngen lohnt sich - aber vorsicht, nicht zu früh damit anfangen!
Bestäubung
Chilis sind einhäusige Pflanzen, d.h. es wird nur eine Pflanze zur Reproduktion benötigt. Die Blüten können sich selbst bestäuben und man muss den Blütenstaub nicht von einer Pflanze zur anderen tragen.
Stehen die Pflanzen im Freien braucht man sich um die BEstäubung keine Gedanken zu machen. Bienen und sonstiges Flugviech erledigt die Hauptarbeit und durch die ein oder andere Windböe werden die Blüten ordentlich durchgeschüttelt. In Räumen sollte ein wenig nachhelfen und die einzelnen Blüten ein wenig anstoßen.Vorsichtig! Die Dinger sind sehr empfindlich und die Blüten brechen schnell ab! Eventuell reicht auch ein kurzes Wackeln an der ganzen Pflanze zur Bestäubung.
Wer Chilis kreuzen will kann jetzt tätig werden, einfach von einer Pflanze den Blütenstaub mit einem Q-tip entnehmen und in die Blüte einer anderen Pflanze (und Sorte) einbringen. Schwupps erzeugt man eine Mischung aus Habanero und Jalapeno. Nur wie nennt man die dann? Habapeno? Jalanero?
Ernte
Die Zeit bis zur Ernte ist je nach Sorte unterschiedlich. Bei einigen dauert die Reife unter 30 Tagen und bei anderen Sorten ist erst nach über 60 Tagen Schluss und man kann die Schoten pflücken. Der beste Indikator für den Reifegrad ist die Farbe. Die meisten Schoten sind im unreifen Zustand grün und ändern dann innerhalb von 1-3 Tagen ihre Farbe nach rot oder orange.
Schädlinge
Häufigster Grund für Schädlingsbefall ist Überdüngung. Wer zu viel Anreiz für Leben bietet der muß sich nicht über Untermieter wundern. Lose Blätter auf dem Topfboden sorgen übrigens auch für ein nettes Klima und in Nullkommanichts nisten sich Fliegen oder Käfer in der Erde ein.
Wenn die Pflanze mit Läusen oder Larven von der weissen Fliege befallen ist kann man versuchen die Pflanzen mit Seifenwasser abzusprühen und so das Ungeziefer loswerden. Sollte das nicht klappen gibt es im Gartencenter ein Mittel Namens "Neem" das Läuse bekämpft aber die Schoten nicht mit Schadstoffen belastet. Teilweise hiilft es auch die Pflanzen schockzufrosten und sie einige Zeit (4-5h) in die Kälte zu stellen. Die meisten Larven bevorzugen ebenfalls eine Temperatur jenseits der 15 Grad.
Erste Gehversuche im Chilianbau
Als Student hat man ja bekanntlich meist andere Dinge im Kopf als ans Studium zu denken und so habe ich meine ersten Versuche der Chilizucht im Studentenwohnheim begonnen. Das dunkle 12 Quadratmeter Loch bot allerdings keine sonderlich guten Vorraussetzungen für eine ordentliche Chiliernte.
Als die im Internet bestellten Samen eintrudelten wurden schnell ein paar Pötte im Baumarkt gekauft und schon konnte es losgene. Die Anzucht klappte noch ganz gut - die Pötte standen schliesslich direkt auf der Heizung - und nach kurzer Zeit waren die ersten Sprösslinge zu entdecken. Das Klima auf der Heizung war anscheinend ganz ordentlich und die Samen liessen sich leicht wiederbeleben.
Nach kurzer Zeit kam dann aber die Ernüchterung: das wenige Licht am Erdgeschossfenster wurde durch einen Baum noch zusätzlich verringert. Das Wachstum der Chilischoten glich einem Trauerspiel: lange, dünne Strünke die sich sehnlichst nach ein bißchen Sonnenlicht reckten. Von den buschigen, mit Chilis übersähten Sträuchern auf den Fotos aus dem Internet war nicht viel zu erkennen. Gelegentliche Standortwechsel vor das Nachbarhaus brachten zwar ein bißchen Besserung aber letztendlich war die Ausbeute ziemlich mager: nur 4 oder 5 Chilischoten pro Strauch sind über die ganze Saison verteilt gereift.
Zum Glück kam Niels zu Hilfe und brachte (aus meiner Sicht) Unmengen an Schoten von seinen Pflanzen mit. Er hatte ein paar Samen aus meiner Lieferung eingepflanzt und sein Südfenster im dritten Stock hatte mehr als genug Licht für das Wachstum. Das Resultat waren einge Ladungen Jalapenos mit Frischkäsefüllung im Speckmantel, die wir gemeinsam vertilgt haben.
Meine Ernte hat immerhin für zur Verköstigung meiner ersten Habanero gereicht. Dummerweise habe ich unwissenderweise knapp ein Drittel einer kleineren Schote abgeschnitten und probiert. Eine halbe Stunde Magenkrämpfe später war dann keineToastbrot und keine Milch mehr im Haus und mein Magen beruhigte sich etwas. Mit dieser Erfahrung gestärkt wurde dann so mancher Angeber auf Wohnheimparties entlarvt. Rekord: 4 heulende Habanero-Tester mit einer Schote.
Pflanzsaison 2005
Neue Wohnung, neuer Versuch. Nach der mehr oder weniger erfolgreichen Chilizucht im Wohnheim hatte ich große Pläne für meine neue Wohnung in Düsseldorf. Endlich ein paar Südwest-Fenster und genügend Platz um mehrere Blumentöpfe nebeneinander auf der Fensterbank unterzubringen. Da kann ja nichts schief gehen - oder?
Mit normalen Habaneros hatte ich ja schon ein paar Erfahrungen gesammelt also wurden diesmal Red Savina Samen bestellt. Jalapenos gab es natürlich auch wieder, die sind einfach universell einsetzbar. Die Anzucht dauerte etwas länger als gedacht aber nach kurzer Zeit hatte ich ein paar prächtige Pflanzen. Die Jalapenos blieben auf der Fensterbank und die Red Savina Pflanze wurde mit ins Büro genommen.
Neben den Chilis hatte ich auch noch eine Ladung Koriander-Samen bestellt und mit eingepflanzt. Der Koriander stand neben den Jalapenos auf der Fensterbank und entwickelte sich ausgesprochen gut. Anscheinend zu gut. Nach einem Wochenende unterwegs kam ich nach Hause und mußte mich durch einen Urwald aus Koriander kämpfen. Leider bot dieser Urwald anscheinen ideale Lebensbedingungen für kleine weisse Fliegen und nach nur 1 oder 2 Tagen saßen die Pflanzen und auch die Vorhänge komplett voll mit Schädlingen. Ich mußte die Notbremse ziehen und alle Pflanzen aus der Wohnung auf den Balkon verbannen. Alle Bekämpfungsmaßnahmen schlugen fehl und die fehlende Sonne auf dem Nordbalkon sorgte für einen schleichenden Tod der Pflanzen. Merke: Koriander kauft man beim Thailänder um die Ecke, der eigene Anbau macht nur Probleme.
Zum Glück hatte ich ja noch die Pflanze im Büro stehen und die dummen Sprüche von den Kollegen ebbten langsam ab. So manches mal wurde über die Sonne im Büro geschimpft aber für Chilis schien es das ideale Klima zu sein. Die Ernte wurde jedenfalls immer fleissig zum aufpeppen des Kantinenessens verwendet. Und da man mit stumpfen Brotmessern keine sauberen Schnitte machen kann wurden die Chilis meistens einfach nur grob zerrupft. Da hat man dann ein paar Überraschungen in der Bohnensuppe ;-)
Pflanzsaison 2006
Raus aus der alten Bude mit Nordbalkon und rein in den Altbau mit Dachterrasse. Endlich eine Wohnung mit ordentlich Platz und optimalen Bedingungen für Chilipflanzen. Die Terrasse geht nach Süden raus und hat von morgens um 11 bis abends um 9 pralle Sonne.
Entsprechend wurden dann auch mehr Pflanzen als in den Jahren zuvor gezüchtet. Die Auswahl war folgende:
- Habaneros - wenn man die schon so gut wie gar nicht kaufen kann muss man halt selber anbauen
- Jalapenos - die Allzweckwaffe. Und die Grundlage für ABTs sollte man eh immer im Haus haben
- Ecuador Purple - lila Chilis? Ausprobieren kann ja nicht schaden...
Die neue Umgebung hat mich dann letzendlich auch nicht enttäuscht. Die Pflanzen sind schön buschig geworden und haben einen hammermäßigen Ertrag geliefert. Auf den Bilder sieht man nur einen kleinen Teil gegen Ende der Saison - es wurde immer wieder ordentlich geerntet!
Zu den Habaneros und Jalapenos braucht man nicht mehr viel zu sagen, die sollten mittlerweile jedem Interessierten ein Begriff sein. Die Ecuador Purple waren allerdings eine kleine Enttäuschung. Am Strauch sehen die Schoten ja sehr dekorativ aus - sehr viel mehr hatten die dann aber auch nicht zu bieten. Geschmacklich war nicht viel zu holen und der Ertrag war auch eher mager. Nicht weil die Pflanzen zu wenig Schoten tragen, sondern weil die einzelnen Schoten fast nur aus Kernen bestehen. Das mag nett für die Samentauschbörse sein aber bei der Zubereitung ist man etwas eingeschränkt. Die Schoten zu füllen ging so gut wie gar nicht und ständig auf Samen Herumkauen will man ja auch nicht. Ob ich die noch einmal anpflanze muss ich mir noch mal gut überlegen.
Die Fotos sind übrigens nach Pflanzen geordnet, erst ein paar Bilder von den Schoten am Strauch und dann die Nahaufnahme von der letzten Ernte. Einfach die Bilder anklicken und Ihr könnt sie in großer Darstellung begutachten!
Pflanzsaison 2007
Mit dem Wissen von guten Sonnenverhältnissen im letzten Jahr im Hinterkopf habe ich 2007 erst mal den Start in die Pflanzsaison verpennt. Samen hatte ich zwar noch vom letzten Jahr im Haus aber ans Erde kaufen und Einplanzen sollte man etwas früher denken... Naja, im April war es dann etwas spät da die Keimphase sich manchmal etwas hinzieht und somit entschied ich mich schon angezüchtete Pflanzen im Versandhandel zu beziehen. Die Faulheit hatte vorerst gesiegt.
Die Auswahl an Pflanzen für das Jahr 2007 war folgende:
- Martinique Chili - hatte ich noch nie gehört, sollte aber ordentlich scharf sein (capsicum chinense mit Schärfegrad 10/10)
- Rocotos - noch mehr Neuigkeiten, das erste mal capsicum pubescens in der eigenen Zucht
- Chocolate Habanero - kann man einen Klassiker noch verbessern? (capsicum chinense)
Die (zeitliche) Rettungsaktion mit der Pflanzenbestellung anstelle von Samen hat sich auf jeden Fall als Glücksgriff herausgestellt. Die Pflanzen waren zwar noch recht klein als sie angekommen sind, aber sie wurden direkt schön buschig als ich sie umgetopft habe. Vielleicht sollte man das Anzüchten immer von Profis im Gewächshaus erledigen lassen?
Leider wurden die Pflanzen erst Ende April verschickt und die Phase von der Blüte bis zur Ernte hat sich auch länger als erwartet hingezogen. Mal von ein paar einzelnen Schoten abgesehen mußte ich die Pflanzen auf Grund der äußeren Temperaturen sogar noch vor der Haupternte in die Wohnung zurück holen. Gut drei Wochen nach dem ersten Kälteeinbruch waren die Schoten dann mitte Oktober endlich reif.
Die Chocolate Habaneros sind anscheinend am zickigsten was die Reifedauer angeht. Es hat ewig gedauert bis die Schoten endlich Farbe angenommen haben und die Ausbeute war insgesamt recht mager. Der Unterschied zu klassischen Habaneros ist auf jeden Fall gewaltig.
Die Rocotos waren geschmacklich ok aber nicht herausragend. Einige Besonderheiten der Gattung capsicum pubescens waren deutlich zu erkennen: die Blüten haben einen lila Rand und die Kerne der Schoten sind schwarz. Die Schoten haben übrigens eine Apfelform.
Das Highlight der Saison war aber eh ganz klar mein Versuch die Martinique Chilis beim Frühstück zu probieren. Da sitze ich an einem schönen sonnigen Sonntag-Morgen mit der holden Dame auf der Terrasse und schlürfe meinen Kaffee als ich feststelle, dass die erste Schote der Saison herangereift ist. Schwupps die Schote gepflückt und mit dem Brotmesser in Ringe zerteilt und als Garnitur auf das Salami-Brötchen gelegt.... Böser Fehler. Die eigentliche Schärfe ist zwar ordentlich und in etwa auf Red Savina-Niveau aber das eigentliche Problem war die Hartnäckigkeit. Der Schmerz auf meiner Lippe wollte einfach nicht aufhören! Nach ein paar Minuten beruhigte sich dann alles wieder aber irgendwie hatte mich diese fiese kleine Schote überrascht. Ach ja, bei den weiteren Schoten wußte ich dann was mich erwartet und es kam zu keinen weiteren Zwischenfällen mehr. Es ist trotzdem immer wieder ein Spass Chilis anzubauen und die eigene Ernte zu verköstigen ;-)
Auf dem Erntebild der Martinique Chilis sieht man übrigens gut den Unterschied den Dünger ausmachen kann. Die kleinen Schoten sind gewachsen als die Blääte anfingen leicht gelblich zu werden. Nachdem ich die Pflanzen gedüngt habe hat sich die Blattfarbe innerhalb kürzester Zeit normalisiert und die Schoten sind mehr als doppelt so groß geworden.
Pflanzsaison 2008
Bestärkt durch die guten Erfahrungen aus dem letzten Jahr habe ich in 2008 wieder Pflanzen bestellt und mir nicht die Mühe gemacht Samen in die Erde zu stopfen. Ich war eh mal wieder zu spät dran - scheint als würde sich das einschleichen. Die Auswahl sah diesmal so aus:
- Jalapenos (capsicum annuum)
- Bishops Crown (capsicum baccatum)
Die gute Sonnenlage unserer Terrasse und die ordentliche Größe der Pflanzen bei der Ankunft hat meinen späten Start aber wieder wett gemacht. Die Pflanzen haben insgesamt eine gute Ausbeute mit mehreren Erntetagen gebracht.
Zu den Jalapenos gibt es nicht viel zu sagen, die sind mittlerweile einfach ein Standard mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Zur Not kann man ja immer noch Nachos überbacken oder Buffalo Turds machen.
Die Bishops Crown sind von der Schärfe her vergleichbar mit den Jalapenos und liegen im guten Mittelfeld. Die Trumpfkarte wird hier eher durch die Form ausgespielt. Die Schoten sind etwa 5 cm hoch und krümmen sich zur Form einer Bischofsmütze - wobei manch einer auch eher eine Glocke erkennt. Kirche hin oder her, die Schoten waren auf jeden Fall mal eine nette Abwechslung.
Pflanzsaison 2009
Nach einem Jahr ohne richtig scharfe Schoten hab ich dann in 2009 mal wieder so richtig zugelangt. Es war Zeit für ein paar Habbi-Variationen:
- Scotch Bonett (capsicum chinense)
- Chocolate Habanero (capsicum chinense)
- Habanero (capsicum chinense)
- Jalapeno (capsicum annuum)
Wie schon in den Jahren zuvor gab es wieder vorgezüchtete Pflanzen. Leider hat sich aber der Zeitpunkt der Auslieferung immer weiter herausgezögert. Ok, um die Pflanzen auf dem Postweg nicht zu beschädigen müssen gewisse Temperaturen herrschen aber eine Lieferung Ende Mai ist dann vielleicht doch etwas spät. Doch wieder Samen im nächsten Jahr?
Die Sonneneinstrahlung auf der Terrasse hat wieder mal gute Dienste geleistet und es gab eine nette Ausbeute mit dicht behangenen, buschigen Pflanzen. Einzig die Chocolate Habanero hat wie schon in 2007 nur ein paar wenige Früchte getragen.
Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren versuche ich mal wieder die Pflanzen über den Winter zu bringen. Die Idee ist die Pflanzen radikal zurück zu schneiden und wenig zu giessen. Wenn dann die Sonne im Treppenhaus wieder etwas stärker wird gibt es mehr Wasser und hoffentlich spriessen wieder neue Blätter. Drückt mir die Daumen! Ach so, um fiese Fliegen und komische Käfer zu vermeiden sollten alle Blätter und Düngekügelchen von der Erde gekratzt werden. Je mehr Nahrung im Boden zu finden ist, desto höher die Gefahr von Ungeziefer.
Pflanzsaison 2010
Dieses Jahr hab ich mal wieder Samen bestellt und konnte meine guten Vorsätze früh in die Saison zu starten sogar einigermaßen einhalten. Bereits im Februar wanderten folgende Samen in die Jiffy-Torfplättchen zum keimen:
- Jalapenos (capsicum annuum)
- Lemon Drop (capsicum baccatum)
Mal sehen, ob die Lemon Drop Schoten wirklich eine ordentliche Zitrusnote haben.
Zu den neuen Pflanzen gesellen sich hoffentlich noch Überlebende aus dem letzten Jahr. Ich muss zugeben etwas faul beim Giessen über den Winter gewesen zu sein und einige der Pflanzen sehen etwas trocken aus aber die Hoffnung wird nicht aufgegeben.
Update 23. April:
Von den Pflanzen aus 2009 hat anscheinend nur die Chocolate Habanero überlebt. Eine vielzahl junger Blätter zeugen vom Willen doch noch ein paar Schoten zu erzeugen. Hoffentlich ist die Ernte im zweiten Jahr höher als im ersten...
Update 10.Juli:
Diese Jahr habe ich anscheinend kein Glück mit meinen Pflanzen. Die neugezüchteten Pflänzchen haben sich zuerst gut entwickelt aber auf einmal stagnierte das Wachstum und die Pflanzen wollten nicht mehr größer werden. Nachdem es dann einige Tage heftig geregnet hat standen die zarten kleinen Pflänzchen in den Töpfen tief im Wasser und sind durch den Regen teilweise ordentlich umgebogen worden. Die Kombination aus zuviel Feuchtigkeit und Umknicken im Regen hat ihńen dann anscheinend den Rest gegeben.
Die Chocolate Habanero mußte ich auch im Mai schnell entsorgen weil sich deutlicher Schädlingsbefall zeigte. Die Pflanze war von oben bis unten mit kleinen schwarzen "Knubbeln" belegt. Genau weiss ich nicht worum es sich handelte aber da ich keinen Befall der halben Wohnung in Kauf nehmen wollte wanderte die Pflanze in die Tonne. Dieses Jahr muss ich wohl frische Chilis im Versandhandel erwerben....
Pflanzsaison 2011
Es ist schon Mitte Juli und die Chilisaison somit in vollem Gange. Da ich bisher nicht über meine gärtnerischen Aktivitäten berichtet habe, wird es dringend Zeit das nachzuholen: Obwohl ich Ende Januar von einem Kollegen Samen von drei verschiedenen Chilisorten geschenkt bekommen habe, entschied ich mich wieder Setzlinge im Internet zu bestellen. Die Pflanzen aus dem Gewächshaus sind (aus meiner Sicht) einfach robuster als selbstherangezogene und man hat am Ende kräftigere, ausgewachsene Pflanzen mit einem höheren Ertrag.
Die Bestellung ging bereits im März an den Händler raus aber der Versand erfolgt in der Regel erst wenn die Temperaturen hoch genug sind (die Pflanzen sollen ja schließlich keinen Frost im Paketzentrum abkriegen) und wenn natürlich die Pflanzen ausreichend groß sind. Dieses Jahr kam die Versandbenachrichtigung erst kurz vor Ostern und damit zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Bei knapp 30 Grad Aussentemperatur wurde mein Paket am Gründonnerstag auf die Reise geschickt und verbrachte den Karfreitag dann im Paketzentrum. Da wir über die Feiertage nicht zuhause waren konnte auch keine Zustellung am Ostersamstag stattfinden und die Pflanzen waren somit 5 Tage bei heissem Wetter in einem Karton. Ich hatte gedanklich bereits mit meinen Pflanzen abgeschlossen als ich am Dienstag Abend das Paket in der Postfiliale abholte. Zu meiner Verwunderung waren die Setzlinge aber in einem tadellosen Zustand und ich begann mit dem Einpflanzen.
Als Behältnis habe ich mich in diesem Jahr für Töpfe mit einem Durchmesser von 30cm und einem Volumen von gut 10 Litern entschieden. Zuerst mag ein solcher Topf viel zu groß erscheinen, aber spätestens wenn die Pflanzen eine gewisse Höhe erreicht haben überwuchern die Blätter den Topf deutlich. Die Erde sollte in einem solchen Topf auch bis an den Rand aufgefüllt werden um einerseits genug Reserven an Nährstoffen zu bieten und andererseits genug Wasser speichern zu können.

Die Auswahl der Chilisorten in diesem Jahr sieht wie folgt aus (von links nach rechts): Habanero rot (capsicum chinense), Jalapeno (capsicum annuum), Lemon Drop (capsicum baccatum) und Rocoto (capsicum pubescens). Ich habe also je eine Pflanze von jeder Chili-Art in diesem Jahr auf meinem Balkon stehen.
Die aussergewöhnlichste Sorte ist sicherlich die Rocoto. Die Pflanze ist über und über mit einem dünnen Flaum aus kleinen Härchen übersät der der Art den Namen gegeben hat (lat. pubescens = behaart). Die Samen der Chilis der Art capsicum baccatum sind zumeist braun bis schwarz und die Blüten sind im Gegensatz zu den meisten anderen Arten nicht weiß sondern lila. Mal sehen wie sich die Pflanze entwickelt, ein weiterer Spitzname für capsicum pubescens ist auch Baumchili da die Sträuche schon fast baumartig hoch mit einem sehr holzigen Stamm werden können.
Die Pflanzen sind in den letzten drei Monaten gut gewachsen und haben bereits eine stattliche Höhe erreicht. in den letzten Tagen sind die Blüten sehr flott gewachsen und jede Pflanze hat bereits jetzt eine Menge Früchte. Ich freue mich auf eine gute Ernte in diesem Jahr!