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Angriff der Steinpilz-Mutanten

Es begann in meinem Facebook-Nachrichtenstrom. Erst waren nur ein paar vereinzelte Bilder zu sehen, doch innerhalb kürzester Zeit waren sie überall: Pilze. Unmengen von Pilzbildern machten sich auf meinem Monitor und dem Telefon-Bildschirm breit. Jeder halbwegs naturverbundene Kontakt aus meiner Freundesliste brachte Bergen von Pilzen nach Hause.

Dienstag kam es aber noch schlimmer. Ich lag nach getaner Arbeit bereits faul auf dem Sofa, als es an der Wohnungstür klingelte. Ich öffnete und schwupps hatte ich eine Tüte mit Steinpilzen in der Hand. Auf einmal waren die Dinger sogar in der Wohnung des Pilzhassers angekommen!

Mein Nachbar Christoph war in der Eifel fündig geworden und hatte mir (netterweise) einen Berg voll Steinpilzen mitgebracht. Zugegeben, die Dinger sahen prächtig aus. Dumm nur, dass sich beim Gedanken an Pilze meine Fussnägel aufrollen… Der Geschmack ist ja noch einigermaßen erträglich, bei der Konsistenz hört es aber auf. Dieses schwabbelige, schwammige Etwas entspricht so gar nicht meiner Vorstellung von knusprig und lecker.

Gemeinhin gelten Steinpilze aber ja als Delikatesse und manchmal muss man einfach über seinen Schatten springen und Dinge probieren, die man überhaupt nicht mag. So manch erlernter Geschmack war ja schliesslich zu Beginn abstoßend und unappetitlich. Todesmutig wurden der 337 Gramm Mutant und seine Kumpanen also geputzt und mit etwas Butter bei mittlerer Hitze in der Pfanne gebraten. Mehr oder weniger sofort war die Küche von einem intensiven Pilzgeruch erfüllt und die Zweifel wurden stärker…

Beim ersten Bissen in die leicht gesalzene Pilzscheibe wurde ich aber überrascht! So schlimm ist das ja gar nicht! Die dünnen Scheiben waren gut gebräunt und eingermaßen knusprig. Das Pilz-„Fleisch“ war recht fest und von der Konsistenz relativ angenehm. Der Pilzgeruch war nach dem Braten kaum zu erkennen, stattdessen roch (und schmeckte) es intensiv nussig und würzig! Ein Pilzfreund werde ich zwar sicherlich nicht, die erste Portion habe ich aber  ganz ohne weitere Zutaten oder Beilagen komplett verspachtelt. Manchmal lohnt es sich halt doch über den eigenen Schatten zu springen und was Neues zu probieren!

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Christoph für die Steinpilze. Ich werde mich bei nächster Gelegenheit mit Pulled Pork oder Rippchen revanchieren!

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